Unzufriedenheit

Unzufriedenheit

Eingesperrt tief in mir,
dort lauert etwas,
nur des Nachts zeigt es sich,
es ist unzufrieden.

Doch was ist es?
Die Unzufriedenheit selbst?
Warum?

Ich bin doch glücklich.
Glücklich mit meinem Schatz,
mit dem ich jede Stunde, jede Minute und Sekunde verbringen möchte.

Was fehlt mir?
Warum habe ich dieses ungute Gefühl in meinem Bauch?

Dort ist etwas!
Es muss so sein, den Gefühle lügen nicht.

Oliver B. Bojar de la Transilvanea | blue-matrix
16.Juni 1997

Seelenschmerz

Jeder Herzschlag,
dumpf und träge,
bereitet mir Schmerzen,
zeugt von der Trauer in mir.

Jeder Atemzug,
trägt schneidend kalte Luft
in meine müde Brust.

Jeder Gedanke
lastet schwer
wie ein Felsen auf meiner Seele.

Erinnerungen jagen durch meinen Kopf,
verfolgt von offenen Fragen,
welche Rasierklingen gleich,
sich durch diese schneiden.

Träume und Hoffnungen
verwandeln sich in offene Wunden.
Sie zu schließen scheint mir unmöglich.

Oliver B. Bojar de la Transilvanea | blue-matrix
12. März 2013

Alles ist wichtiger als Essen

Ich habe Probleme mit dem Essen. Tja – wie erklärt man dies? Essen ist ein Grundbedürfnis. Für den großen Teil der Menschheit dreht sich das halbe Leben ums essen oder nicht essen. Menschen essen zu viel, zu wenig, falsch, gesund, anders, … . Aber für mich ist essen einfach nicht wichtig. In meiner Prioritätenliste erscheint hin und wieder ein Eintrag diesbezüglich. Aber der verblasst meist schnell wieder. Zum Beispiel kann ich feststellen, das mein Magen knurrt, da ich lang nichts zu mir genommen habe. Ich nehme mir fest vor jetzt etwas zu essen, mache mich sogar auf den Weg, aber dann geht dieser Gedanke wieder verloren. Weg – einfach weg. Alles ist wichtiger als Essen weiterlesen

Über meinen neuen Avatar

Mein bisheriger Avatar
Mein bisheriger Avatar

Das sich die Welt weiter dreht und dabei sich viele Sachen verändern zeigt sich in vielen Details im täglichem Leben. Um diesem entgegenzuwirken erschaffen sich viele von uns Konstanten im Leben, an denen sie festhalten. Eine meiner Konstanten sind Avatare. Meine beiden Standard-Avatare  sind nun beinahe 10 Jahre alt. Aufgenommen auf dem WGT in der Moritzbastei in Leipzig – ich glaube an einem Sonntag Morgen beim Frühstücken. Dies ist eine Ewigkeit her und versucht schon von Natur aus dem Vergessen anheim zu fallen. Und obwohl mir die Zeit gefallen hat, die Erinnerung an jene Jahre in meinem Herzen aufrecht erhalte, helfe ich dieser Zeit zu verblassen und tausche meinen Avatar gegen ein aktuelles Bild aus. Ein Bild, welches meinem Bild von mir viel eher entspricht, als jener Avatar aus einer Zeit in der ich schon den Satz benutzte:

Damals, damals war es viel schöner in unserer Szene. Vor allem die Musik.

Ich hatte damals Recht und bin geneigt diesen Satz auch heute wieder in die Welt zu senden in der Hoffnung meiner Sehnsucht nach der Leidenschaft der damaligen Zeit Ausdruck zu verleihen und den Künstlern unserer Zeit ein Zeichen zu geben auf Ihr Herz zu hören und nicht auf die Musik-Industrie und dem eigenem Geldbeutel. Macht eure eigene Musik und erobert die Herzen der richtigen Menschen, dann werdet ihr in diesen Herzen unsterblich und überlebt nicht nur bis ein anderer Schein euren Platz in den Charts einnimmt.

Ich mache drei Kreuze, wenn eine Band sich mal wieder traut sie selbst zu sein und etwas anderes macht.

Ich war beinahe 20 Jahre auf dieser Welt, als ich diesen Gedanken hatte. Und diese Band brachte sogar die Kreuze gleich mit. SOKO Friedhof erfreuen mein Herz seit 1997 und meinen CD Player seit 1999. Da mich jedes Album bisher sehr beeindruckte mit seiner offenen Kritik und seinem dunklem Humor widme ich den Platz Links unten im Avatar dieser Band. Ich Danke David A. Line und Greta ida Csatlós für eine schöne Zeit und hoffe auf weitere fantastische Alben der beiden Bands: SOKO Friedhof und Unoten.

Mein neuer Avatar
Mein neuer Avatar

Mein größter Dank gilt natürlich der Photographin, der Frau meines Lebens und Göttin meiner Welt Chaya. Ich verdanke dir ein Bild, dessen Wert ich erst heute entdeckte. Ich vermute du hast an diesem Tag tatsächlich mich geknipst. Es war ein schöner Tag und das trotz Hitze, Sonne und einer Wanderung, an die man als Stadtkind nicht gewohnt ist. Doch mit dir an meiner Seite ist die Sonne nicht mehr ganz so hell, jeder weg nicht ganz so weit und jede Nacht ein barockes Gemälde unserer Liebe. Ich liebe dich *kiss*

blue-matrix avatar

Dunkle Grüße an die Welt

Bojar Oliver B. de la Transilvanea | blue-matrix

Kommunikation auf Abwegen

Der erste Kunde der Woche

Wir haben es Montag, es ist Morgen und ich bin auf Arbeit. Im Grunde reicht dieser erste Satz völlig aus. Oder? Genau, ihr erwartet mehr.

Der Tropfen auf…

Mein erstes Gespräch heute inklusive meiner Gedanken:

Kunde: Ich habe x Dominas in meinem Paket inklusive,  ich habe eine neue Domina bestellt. Warum muss ich für diese extra bezahlen?
Ich: – Ok, ich arbeite bei einem Provider, mit Dominas haben wir weniger zu tun. Es gibt welche unter unseren Kunden (ähh ich meine als Kunden ^^ ) Aber als Inklusivleistung z.B. zu einem Server  oder Webhostingpaket bieten wir keine Dominas an. Vermutlich wäre dies jedoch ein erfolgreiches Produkt.
Ich kann da nur vermuten, dass Sie in Ihrem Paket nur eine gewisse Art von Domains als Inklusivleistung haben.
Kunde: Aber ich will für die neue Domina nicht bezahlen. Machen sie die kostenlos oder ich kündige alles bei ihnen. Ich habe sehr viele Verträge und meine Freunde gehen dann auch.
Ich: – Ok,.. kann die neue Domina und auch die bereits benutzten (sorry für Wortwahl) diesem Typen mal erziehen? Peitsche, Rohrstock, fesseln, Telefonverbot oder verhaut ihn einfach.
Lieber Kunde, sie haben folgende Domains als Inklusivleistung, alle anderen TLDs sind kostenpflichtig. Bei der Bestellung wurde dies Ihnen auch angezeigt. Vor Abschluss der Bestellung wurde…
Kunde: Ja aber woher sollte ich den wissen, dass Sie das Geld wirklich haben wollen? Machen Sie das rückgängig!!
Ich: – mhh,… Storno nach 3 Monaten? Ist die neue Domina so schlecht, dass sich 1,50 Euro im Monat nicht lohnen?
Lieber Kunde, der Preis stand da, um Sie auf die Kosten hinzuweisen. Wenn sie die Domain kündigen wollen, wenden Sie sich bitte doch einfach Telefonisch, schriftlich, schriftlich via Fax oder E-Mail an unsere Vertragsbetreuung, um diese Domain zu löschen.
Kunde: Ich will die Domina nicht löschen, sondern kostenfrei haben.
Ich: Das ist nicht möglich, jedoch…
Kunde: Wie erlauben Sie sich mit mir zu reden? Ich bin Kunde also König. Machen sie was ich will. (hier folgten viele Beleidigungen)
Ich: Sie sind Kunde und Sie sind ein normaler Mensch und wo wir schon mal dabei sind, Sie sind Kunde von uns. Wir sind also Geschäftspartner und mit denen redet man nicht in diesem Ton und schon gar nicht mit dieser Wortwahl. Stellen Sie sich einfach mal vor, dass wir Sie anrufen weil Sie mal wieder ihre Rechnung zurückgehen lassen haben und reden in diesem Ton und Ihrer Wortwahl mit Ihnen.
– z.B.: Hallo Kunde, wie dreckig bist du in deinem kleinen Kopf, dass du es seit x Jahren nicht schaffst deine Rechnung mal pünktlich zu bezahlen? Jetzt beweg deinen faulen Arsch und bezahl. –

Lasst uns aus diesem Gespräch aussteigen. Dies war mein erstes Gespräch, so begann mein heutiger Tag. Da tun sich Abgründe und Fragen auf.

  • der Kunde ist König? Wer kommt auf so einen Blödsinn? Erzählt so etwas nicht,.. die einfachen Menschen da draußen glauben das! Kunden sind Menschen, genau wie die Mitarbeiter auf der anderen Seite des Telefons, des Ladentisches … Hier gilt doch ganz klar, behandle deinen Gegenüber wie du auch behandelt werden willst.
  • Denken, lesen, verstehen und auch nachdenken scheint aus der Mode gekommen zu sein. Warum? Gerade diese Möglichkeiten stehen uns Menschen zur Verfügung. Warum also nicht nutzen? Selbst Menschen, bei denen wir denken voraussetzen scheinen sich auf die Dummheit zu besinnen und lassen denken. Wie oft durfte ich hören: „Hr. xxx Ich bin Prof. ich bin also nicht blöd, aber sie machen es einem unmöglich dies zu nutzen!“ Ja geliebte „gebildete“ Leute: „Passwort vergessen“ kann man auch nutzen, wenn man sein Passwort nicht vergessen sondern verlegt hat, oder die Mitarbeiterin mit dem Passwort gerade gerade nicht da ist. Und FAQs lesen kann auch Ihnen helfen!“
  • Wortwahl: Auch mein erster Kunde heute forderte mich zu sexuellen Handlungen an meinem Knie auf. Ist das eine korrekte Reaktion auf irgendwas? Und überhaupt sind Kunden unheimlich (und) kreativ wenn es darum geht jemanden ohne ihn ansehen zu müssen zu beleidigen. Hin und wieder erlaube ich mir gerade solche Kunden danach noch einmal anzurufen. Die Aussage „so klein mit Hut“ kennt jeder?

Wann hast du das letzte Mal bei einem Kundenservice angerufen, aus welche Grund und wie hat du dich verhalten?

  • War der Anruf nötig?
  • Wolltest du nur deinen Frust ablassen?
  • Wäre lesen und verstehen eine Option gewesen?
  • Hast du den Menschen am anderen Ende so behandelt wie du auch gern behandelt werden möchtest?
  • Das du über negative Erfahrung tweetest, blogs und redest ist mir klar, was ist mit den positiven Erlebnissen? Sind die nicht Erwähnenswert?

Ich habe jeden Tag mit Kunden zu tun.

Gleich vor weg: Auf den Gesamtkundenstamm gesehen rufen täglich wenige Kunden an, ich meine damit weit unter 1 Prozent. Die Zahl ist jedoch immer noch 4 Stellig! 98Prozent dieser Kunden haben kein Problem mit unseren Produkten, sondern:

  • sich selbst übernommen, überschätzt
  • keine Lust sich zu informieren
  • keine Lust an den Richtigen Stellen sich zu informieren
  • keine Lust zu lesen
  • keine Lust Support oder Service zu bezahlen

Gerade der letzte Punkt ärgert mich sehr. Für viele kostenfreie Produkte kann man sich Support kaufen. Dies kennt man von vielen Produkten z.B. Betriebssystemen, diverse Shoplösungen und so weiter. So kann man für einen sehr beliebten „freien“ Shop einen Installationsservice kaufen, der noch nicht einmal 100 Euro kostet. Dafür funktioniert der Shop danach und es spart  jede Menge Ärger. Und hey – der Mensch, der das Ding aufsetzt kennt das Produkt.

Aber warum bezahlen? Die Alternative nennt sich Supporterschleichung. So kann Kunde

  • die „schwere“ Installation von WordPress
  • das Einrichten eines IMAP Mail-Accounts auf dem iPhone
  • die Lösung der Probleme mit Outlook
  • das Einpflegen eines Produkt-Keys in Plesk
  • und vieles mehr

versuchen auf den Provider abzuwälzen und sich lauthals im Internet darüber beschweren wenn dieser dies nicht macht. Ja lieber Kunde – warum sollten wir das machen?

  • WordPress Probleme? Installation in 5 Minuten, die Anleitung hierzu passt auf meine Handfläche und Sie bekommen das nicht hin? Na dann Finger weg davon (!!!) oder=  wozu gibt es die Hilfe zu WordPress direkt dort auf der Seite, oder die endlosen Hilfeseiten zum Thema?
  • Hilflosigkeit hat einen Markennamen. Lieber Kunde, ich habe kein Apple Gerät. Dies ist einer der Gründe, warum ich ihnen nicht helfen kann damit klar zu kommen. Oh, Verwandte haben Ihnen zu diesem Gerät geraten? Fragen Sie dort doch mal nach. Sie trauen sich nicht? Die bekommen es auch nicht hin? Das wussten Sie vorher? Warum haben sie das Gerät gekauft? Weil jeder eines hat. Ja danke. Wir haben da eine Anleitung in unseren FAQs. Nein, sie müsse da keine endlosen Texte lesen. Wir kennen doch Apple-Kunden. Da sind viele Bildchen. (haben wir wirklich) Vergleichen Sie einfach das Aussehen der Buchstaben bei den Servernamen. Ja natürlich bleib ich so lang am Telefon und lese Ihnen gern die FAQ zum Thema vor. Nein, ich bin nicht sarkastisch.
  • Probleme mit Outlook? Was hab ich damit zu tun? Sie haben sich Office leisten können, holen Sie sich den Support doch bei Microsoft! Oh die wollen Geld? Wie tragisch. Ja lieber Kunde, genau wie Sie will ich für meinen Job auch nicht bezahlt werden. Gern stellen wir uns Gratis zur Verfügung.
  • Plesk und nur Probleme? Mhh,.. warum benutzen Sie es dann? Kunde: „Weil jeder… “ (ich versteh nur immer Apple) Ja lass mal überlegen lieber Kunde. Also unter https://IP-Adresse:8443/help.php findest du alles was du brauchst. Dazu gibt es beim Hersteller Support zu kaufen (welch Freude) und hunderte Seiten mit Hilfe und Tipps. Und ach ja – wo wir schon mal bei Plesk sind: Neues Update = abwarten und Supportforum lesen und das geschriebene verstehen. Erspart vieles unter anderem der Anruf beim Provider, der nicht dafür zuständig ist.

Gedanken:

Natürlich beschränkt sich kommunikatives Unvermögen und die gesellschaftliche Verrohung nicht auf Gespräche mit dem Kundenservice sondern zieht sich durch den ganzen Tag. Wann immer ein Kunde die Möglichkeit hat ungesehen sich gehen zu lassen nutzt er dies. Dabei ist ihm egal, ob es via Chat, E-Mail, Telefon, Fax, Brief, Twitter, Blog, InGame oder Forum geschieht. Hauptsache er/sie kann beleidigen und zeigen was für ein geiler/e König/in er/sie ist. Sollte sich jemals jemand erdreisten nicht seiner/ ihrer Meinung zu sein wird dieser Mensch beleidigt bzw. unser/e kleine/r König/in meldet sich nie wieder. Eine der schlimmsten Angewohnheiten pöbelnder Kunden ist die Drohung. Viele drohen schon im zweitem Satz. Oft wird sofort nach der Problembeschreibung gedroht. Die abschließende Drohung ist auch beliebt.

  • Machen sie das, oder ich kündige!
  • Ich habe bei ihnen viele Verträge, ich kündige sie alle!
  • Geben sie mir schon mal ihren Namen, falls das Gespräch nicht gut für mich verläuft!
  • Finden sie eine Lösung in meinem Sinne!
  • Ich gehe an die Presse. (damit kommen gern Kunden die ihre Rechnungen nicht bezahlen)
  • Die Presse wird sich dafür sehr interessieren!
  • Ich kenne da jemanden in ihrem Hause!
  • Ich habe das Gespräch aufgenommen, regeln sie das oder ich geh damit zu meinem Anwalt! (ja – der wird sich freuen)

Fazit:

Menschen die Bücher lesen können sich eher verständlich artikulieren als unbelesende Menschen. Es ist einfach ein großer Unterschied zwischen einer detaillierten Fehlerbeschreibung und diesem: (original E-Mail wurde in Großbuchstaben geschrieben, mit wirklich sehr vielen Fehlern und es fehlten einige Worte)

Ey, in eurem verkommendem Laden funktioniert mal wieder nichts. Warum steht mein Server? Wenn er in 3 Stunden nicht läuft kündige ich. mfg Kunde!

Ja – welcher Kunde? Welcher Server? Und ganz wichtig – warum darf ich dem Kunden nicht mit WTF antworten?

Ich nehme jeden Tag „erwachsene“ Menschen an die Hand und versuche Ihnen die leichtesten Sachen und auch die schweren zu erklären. Ich versuche fair zu sein, freundlich und bringe Verständnis auf. Jedoch sobald der Kunde bemerkt, dass er scheinbar einfaches nicht begreift oder auch schlicht sich übernommen hat wird er sauer, geht auf Angriff, entfernt sich von der Lösung und flüchtet sich in Beleidigungen und Vorwürfen. Unwissenheit ist ein Angstauslöser. Und aus dieser Angst heraus versucht sich der Kunde zu verteidigen, alle Schuld (auch wenn es keine gibt) von sich zu weisen und möglichst dem Support unter zu jubeln. Notfalls mit einer Beschwerde beim Arbeitgeber.

Immer wieder stelle ich fest, dass Kunden sich erst dann anstrengen wenn ich sie wie Kleinkinder an die Hand nehme und durch eine verbale bunte Bilderwelt führe und sie direkt vor dem Ziel abliefere. Auch danach bin ich am Übel der Welt noch Schuld und darf mit schlechten Bewertungen rechnen.

Und bitte:

Ich schreibe hier nicht über den Durchschnittskunden. Nicht einmal 0,1% unserer Kunden rufen täglich an. Auch wenn dies eine 4 stellige Zahl ergibt ist es nicht der Durchschnitt. Und trotzdem schafft es diese kleine Masse ein niederschmetterndes Bild von Kunden zu erzeugen.

  • permanent unzufrieden
  • selbstsüchtig
  • ungebildet
  • lernresistent
  • beratungsresistent
  • ungehobelt

Zu guter Letzt:

  • Ein Gespräch mit Arschloch zu beenden und den Hörer weg zuwerfen ist keine Lösung. Nein, es ist beleidigend und schmerzhaft für die Ohren.
  • Es gibt das Gerücht: Wer pöbelt kommt weiter. Jepp – stimmt. Und glaube mir lieber Kunde dies wird nie vergessen. Jeder Mitarbeiter kennt dich danach. *zwinker*

Ich wage zu behauten, dass es keinen Mangel an Kommunikation gibt, sondern die Art und Weise das Problem ist. Es wird der Tag kommen, an dem aus

DD lfg SS* (nh)** /w me 4 Info

ein

S lfg WZ wtb Vol 95% /w me 4 Info

wird.

Ich beende hier mit den zu erwartenden Sternchen-Texten und der Hoffnung einen Funken in die Welt zu entlassen, der seinen Weg findet.

Liebe Grüße – blue-matrix

* Nein, hier bietet sich kein Schläger für eine neu gegründete SS an vielmehr ist es die Abkürzung für die Instanz Seelenschmiede. FoS wäre besser gewählt gewesen. Ich hab keine Ahnung warum die Eiskronenzitadelle im Gegenzug ICC statt EkZ abgekürzt wird. Aber wie immer – nicht denken!
** Die normale Version einer Instanz muss man nicht zwangsläufig mit nh (non hero) bezeichnen. Ich sage ja auch nicht: „Der Bussfahrer  (nb) von heute Morgen hat sich mal wieder verspätet.“ (nb) steht hier für nicht besoffen. Wobei dies hoffentlich der normale Status ist.

Herzlich Willkommen kranker Kopf

Das Internet, unendliche Tiefen und Welten voller Gedankengänge. Wir schrieben damals den 10. November 2008. Ein neuer Beitrag in einem Blog erblickt die Welt und lässt mich heute kritisch damit auseinandersetzen. Der Beitrag lebt auf der Seite: www.paramantus.net bekam den Namen: Gothic: Tummelplatz für psychisch Kranke? und erschien in der Kategorie Gedankensplitter und Erlebnisfetzen. Im Wesentlichen trifft dieser Artikel diese Aussagen:

  • das Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Gothic-Szene mit offenen Armen empfangen werden und diese sich gut aufgehoben fühlen.
  • ein Pseudo-Gut-Gefühl vermittelt bekommen
  • dies als Ersatz für professionelle Hilfe annehmen

Der Autor macht klar, dass dies nicht einfach eine Vermutung ist, oder beim Überfliegen verschiedener Foren mal eben schnell gesehen wurde, sondern dass diese Folgerung auf Erfahrung und Recherche beruht.

Hintergrund zu mir:
Leider sind noch nicht alle meine alten Blog-Artikel hier, darum erwähne ich es explizit:

  • Ich „leide“ an Selbstverletzendem Verhalten – in folge SVV genannt
  • Ich bin seit Langen in der Gothic-Szene
  • Ich habe mehrere Therapien wegen Sinnlosigkeit (oder auch meiner Intoleranz) abgebrochen
    • Verhaltenstherapie
    • Sucht-Therapie – ja, es ist durchaus mit einer Sucht vergleichbar
  • Ich habe in verschiedenen Gothic-Foren und auch direkt Selbsthilfeforen darüber diskutiert
  • Ich war auf mehreren Foren-Treffen

Es ist wahr, dass SVV in der Gothic-Szene auffällt. Es ist auch wahr, dass die Toleranz dafür sehr hoch ist. Narben und Schnittwunden veranlassen kaum jemanden zu verletzenden Bemerkungen, oder herabwürdigendem Verhalten. Dieses erhalte ich eher von Leuten, die der großen Mehrheit zugerechnet werden können. Denn hier trifft man nicht nur auf Unverständnis (Verständnis wird auch nicht erwartet) sondern auch auf extreme Intoleranz. Verständnis erwarte ich von niemanden, der mich nicht kennt. Dass ich dies innerhalb der Gothic-Szene trotzdem finde ist ein Umstand, den ich sehr zu schätzen weiß. Ein Paradies ist es trotzdem nicht. In den letzten Jahren hat sich so unglaublich viel in der Gothic-Szene verändert, dass es nicht mehr diese ist, die ich kennen lernen durfte. Auch bei uns vermehren sich Verhaltensmuster, welche ich vor einigen Jahren nur aus anderen Szenen oder von „normalen Menschen“ kannte.

Die Gothic-Szene setzt sich mit spirituellen Fragen anders auseinander. Hier werden/wurden z.B. der Tod, Schmerzen, Seele und vieles andere thematisiert und nicht in die „das ist doch krank Ecke“ oder „darüber will ich nicht reden Ecke“ verdrängt. Denken und nachdenken, versuchen zu verstehen, verarbeiten und darüber reden/schreiben ist selbstverständlicher als in anderen Szenen. Auf jemanden mit Problemen zugehen, sich interessieren und nicht schweigen, wegsehen, beleidigen oder gar belustigt sein, dies ist eine der Stärken unser Szene. Die Theorie, dass man damit den Heilprozess verhindert kann ich auf Grund dessen nicht vertreten. Darüber reden, damit umzugehen und somit auch an sich zu arbeiten ist in diesem Fall nur eine andere Form der Therapie. Wenn man will eine Art Gruppentherapie. Also nichts, was ich bei der sogenannten professionellen Hilfe nicht auch machen würde. Das es auch hier Individuen gibt, die dies damit eher hochschaukeln und es verschlimmern liegt an der Natur der Menschen.

Gefährlicher finde ich das Nichtbeachten. Als „Normaler“ ist es schwerer innerhalb seines eigenen Umfeldes Toleranz und auch offene Ohren und Herzen zu finden. Dies zu belegen fällt nicht schwer. Laufe ich mit T-Shirt durch die Gegend erhalte ich keine unpassenden Kommentare, oder offensives Weg-/Hinsehen von Fans der schwarzen Szene. Der Otto-Normal-Mensch dagegen suhlt sich in seiner Impertinenz. Die Beobachtung, dass SVV und andere Themen dieser Natur offen in der Gothic-Kultur diskutiert werden können ist also durchaus korrekt.

Leider fehlt dem Autoren eine andere praktische Erfahrung: Das Forum „rote Tränen“ ermöglicht es Menschen mit verschiedenen „Störungen“ darüber zu schreiben, zu reden und sich auszutauschen. Und noch etwas gibt es: Treffen. Ich habe einige Male daran teilgenommen. Dies in zwei verschiedenen Bundesländern. Mein erstes Treffen stellte ich mir toll vor, lauter Gruftis, die sind wie ich, ich kann mich endlich offen geben, muss mich nicht erklären,… . Es kam anders. Von ca. 30 Mutigen, die sich trafen, waren 4 Gothics und ein Punk. Der Rest gehörte in andere Subkulturen bzw. waren einfach normale Erwachsene oder Jugendliche und sogar ein Kind. Dieser Durchschnitt sollte sich auch so fortsetzen. Wenn man dann auch noch aufmerksam am Treffen teilnahm, erfuhr man etwas Wichtiges. Bis auf die Gothics, die in ihrem Umfeld akzeptiert werden wie sie sind, (Familie können wir getrost ausschließen – anderes Thema) fehlte dies den anderen. Offenes Reden mit Freunden, über diese Themen unabhängig vom Forum ist undenkbar. Den Ruf zu verlieren, einen Stempel drauf gedrückt zu bekommen, lässt sie quasi eine Art Doppelleben führen. Eltern, Kollegen beste Freunde dürfen nicht davon erfahren. T-Shirts -> undenkbar.

Bin ich nun normal oder krank? Nach dem Artikel bin ich ein „Kranker“, der sich selbst vorgaukelt ein „Normaler“ zu sein.

[…]Weil aufgrund besagter Akzeptanz sich viele nicht (mehr) in Behandlung begeben, im Glauben endlich Menschen gefunden zu haben, die sie trotz Krankheit “normal” behandeln. Dabei wird gerne übersehen, dass es bei psychischen Erkrankungen darum geht mit sich selbst klar zukommen und nicht darum wie man von anderen behandelt wird. […]

Jeder Mensch fühlt sich besser, wenn er als ein normales Mitglied dieser Gesellschaft behandelt wird. Nur weil ich mir die Arme aufschneide möchte ich nicht am Rande vegetieren müssen. Ich bin Mensch wie jeder andere auch. Ich habe in meinem Leben nur einen anderen Weg kennen gelernt meine Seele zu beruhigen. Und so gesehen ist es auch nicht anders, als zu sagen: „Ich geh mich betrinken“ „Jetzt muss ich eine rauchen“ „Ich lauf jetzt bis ich umkipp.“ „Ich muss mich mal abreagieren, mal sehen wer draußen so rumläuft“ „Ich nehme Papis Waffe und geh zur Schule.“

Keine dieser Taten wird gesellschaftlich so sehr verabscheut wie SVV. Trinken, Rauchen, Drogen, virtuell Menschen abschießen macht doch jeder. Oder?

Allerdings hat der Autor recht mit der Feststellung, dass die Akzeptanz des Umfeldes kein Ersatz für eine Therapie ist. Da ich meine abgebrochen habe lasse ich mich hier nicht aus über den Sinn und Unsinn aus, sondern erwähne, dass mir persönlich der offene Umgang mit SVV mehr geholfen hat als alles andere. Ich habe gelernt damit zu leben. Es schränkt mich nicht ein und ich schade damit niemanden. Ich bin weder krank, noch normal, ich bin anders. Somit kann ich sagen, dass Akzeptanz kein Ersatz ist sondern eine mögliche und auch funktionierende Alternative. Man wird ungezwungener im Umgang mit Mitmenschen, was sich auch in der inneren und äußeren Zufriedenheit niederschlägt. Und um diese Aussage noch zu stützen: Seit ich meine Freundin um mich habe, welche dies als Teil von mir akzeptiert und damit umgehen kann, geht es mir besser. Selbst die Zahl neuer Narben wächst kaum noch an. *Ich danke dir dafür*

Geld, Klingen und andere Schmerzen.

Na klasse, da habe ich mir mal eine Überschrift gewählt. *blubb*
btw: das *blubb* kommt mir in letzter Zeit öfter über die Lippen/Finger. Was es damit auf sich hat kann ich so genau nicht sagen/schreiben, doch vermute ich, es ist bildlich so etwas wie das Grillenzirpen in einem stillen Moment, wie wir ihn im TV öfter zu sehen bekommen.
Stille – blubb – Stille.
Ok – widmen wir uns der Überschrift. Geld, Klingen und andere Schmerzen. weiterlesen

Grau in Grau in Grau

… um es genau auszudrücken: Ich versuche dieses seltsame Dasein weiterhin ohne Drogen zu ertragen. Komisch oder? Da gibt es diese wundervolle Folge von den Simpsons, in der Marge Wasser aus dem Wasserhahn trinkt und sich freut, weil die Farben wieder verlaufen. Man mag über Drogen denken und sagen was man will, sie halten das Leben von einem weit weg. Und Entfernungen oder sogar Schluchten kann man schon gebrauchen. Meine kleine Insel die dadurch entstehen würde dürfte mein Schatz und natürlich meine kleine Schwester jederzeit besuchen, bzw sich auch häuslich einrichten. Sorry Schatz, doch ich denke mal hin und wieder darf sie uns besuchen. Sie wird Ihre Insel sicher lieber mögen. .oO(egal – weiter) Grau in Grau in Grau weiterlesen