Abendmahl

Der Tisch ist gedeckt,
Ein Wein ist ausgesucht, stilles Wasser in einem großem Glas,
die schönsten Sachen angelegt, rasiert, Nägel lackiert.
Musik fließt aus den Boxen – strömt durch das Zimmer, umgibt mich.
Kerzen tauchen alles in ein warmes, romantisches Licht. Räucherstäbchen verströmen einen süßen Duft.
Nur die Schatten sind an diesem Abend meine Gäste.

  • Der erste Gang:
    einige weiße, neutral aussehende Tabletten,
    sie helfen mir heute gegen meine dunklen Gedanken
    – ein Schluck Wein –
  • Der zweite Gang:
    einige kapseln, zweifarbig,
    sie helfen mir heute gegen die Angst in meinem Herzen
    – ein Schluck Wein und ein wenig Wasser –
  • Der dritte Gang:
    einige Tabletten, weißlich (??), ein Logo ist drauf,
    sie helfen mir heute gegen die Sehnsucht und die Einsamkeit
    – ein Schluck Wasser –
  • Der vierte Gang:
    Kapseln, diesmal eine Farbe und grau,
    sie helfen mir heute gegen den Drang jemals wieder nach einer Rasierklinge zu greifen
    – ein Schluck Wasser –
  • Das Dessert:
    ein bunter Cocktail aus allem was der Vorrat so her gab,
    heute hilft er gegen das Leben
    – ein letzter Schluck Wasser –

(c) Bojar Oliver B. de la Transilvanea / blue-matrix

wehrlos

Meine Hände – von dir gebunden,
Meine Sachen – runter gerissen in deiner Leidenschaft
Du liegst auf mir, versunken in stummer Bewunderung für deine Tat.
Du schriebst mir einen Liebesbrief, mit wenig Worten und doch mit viel Gefühl. Nie werde ich ihn vergessen können, kann ihn immer lesen.
Noch bist du nicht fertig. Wieder versinkt die Klinge in meiner Haut. Geführt von deiner Hand und diese von deinen Gedanken, welche gefüllt sind mit Gefühlen aus deinem Herzen.
Jeden Buchstaben kann ich fühlen, jedes Wort auf meinen Körper, in meine Seele gebannt. Deine Liebe tut weh, doch nur im Herzen.
Deine Lippen wandern über die frischen Wunden.
Deine Zähne versinken leicht in meinen Armen, Haut zerreißt, hinterlassen weitere rote Spuren in Körper und Seele. Doch genieße ich dies alles.
Nun darf ich auch endlich deine Lippen kosten – warm schmiegen sie sich an meine. Ein wenig Blut hängt noch an ihnen, Du küsst erst ganz zärtlich,
dann voller Verlangen. Wir verlieren uns in unserer Leidenschaft. Gegenseitig beißen wir uns in die Lippen, Blut fließt, doch es stört uns nicht.
Im Gegenteil – wir versinken in unsere eigenen Welt, voller Liebe, Leidenschaft, Schmerz und Verlangen.

(c) Bojar Oliver B. de la Transilvanea | blue-matrix

Leicht

Gedanken zum Tag

Diese Welt zu hassen – fällt leicht,
In diese Welt zu kotzen – fällt leicht,
Den Großteil der Politiker zu verachten – fällt leicht,
Jemanden zu spielen – fällt leicht,
In dieser Welt zu überleben – fällt leicht,
Einfach zu sterben – auch dies ist leicht,

Doch in dieser Welt zu lieben und zu leben – dies ist schwer.

(c) Bojar Oliver B. de la Transilvanea | blue-matrix